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Warum gibt es Förderkreise (FK)?

Privatpersonen können nicht direkt Mitglied der Genossenschaft Oikocredit werden. Sie treten stattdessen einem der acht deutschen Förderkreise bei, über den sie bei Oikocredit Geld anlegen. Das gilt auch für Vereine, Stiftungen und Gemeinden, die bei Oikocredit investieren.

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Afrika im Fokus

Afrika im Fokus

19. Dezember 2013

In letzter Zeit hat Oikocredit in der Entwicklungsfinanzierung einen Schwerpunkt auf Afrika, Landwirtschaft und Zugang zu Finanzdienstleistungen gelegt. Derzeit hat die Genossenschaft 72,5 Mio. Euro auf dem afrikanischen Kontinent investiert – Tendenz steigend.

Wir sprachen mit unseren Fachleuten, warum dieser Fokus auf Afrika so wichtig ist. Die Oikocredit-Regionaldirektorin für Ostafrika, Judy Ngarachu, und der stellvertretende Oikocredit-Regionalmanager für Westafrika, Yves Komaclo, standen Rede und Antwort.

Afrika ist in den letzten Jahren stark gewachsen. Warum ist es für Oikocredit so wichtig, weiterhin auf dem Kontinent zu investieren?

Judy Ngarachu: „Wir befinden uns im Zeitalter Afrikas. Schätzungen zufolge werden die afrikanischen Volkswirtschaften in diesem und den nächsten Jahren um 5,8 Prozent wachsen und damit das Wachstum in Lateinamerika und Ostasien übertreffen. Wir sehen, dass das Wachstum auch die armen Menschen erreicht, was wiederum zu mehr politischer Stabilität führt. Grund für diese Veränderungen sind ein besseres makroökonomisches Umfeld und Strategien, die die afrikanischen Länder selbst entwickelt haben.

Dank dieser Stabilität können Unternehmen weiter wachsen und gedeihen. Oikocredit ist seit 20 Jahren in Afrika aktiv. Wir finanzieren Partner in 18 Ländern südlich der Sahara und haben zehn eigene Büros. Damit sind wir gut aufgestellt, um uns auch in den kommenden Jahren auf Afrika zu fokussieren.“

Wie wird Oikocredit in Afrika weiter wachsen?

Yves Komaclo: „Wir werden unsere Stärken wirksam einsetzen, indem wir in die Landwirtschaft investieren, die langfristige Auswirkungen auf die Entwicklung hat. Unser Ziel ist ein schlüssiges Vorgehen, eine gemeinsame Strategie für den ganzen Kontinent. Wir haben alle Oikocredit-Mitarbeitenden in Afrika geschult, um unser Wissen über die Märkte, unsere Partner und deren Kunden zu verbessern und die mit unserer Arbeit verbundenen Risiken besser einschätzen zu können.

Wir schauen auch, welche Schulungen und Unterstützung unsere Partner neben Finanzierungen für die Entwicklung von Wertschöpfungsketten benötigen. Unsere Partnerorganisationen sind auf verschiedenen Stufen der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette aktiv, vom Anbau über den Vertrieb auf regionalen Märkten bis hin zum Export.“

Judy Ngarachu: „In den kommenden drei Jahren wollen wir uns auf landwirtschaftliche Teilsektoren konzentrieren wie Milch, Kaffee, Reis, Cashew-Nüsse und Kakao, die sowohl für einheimische Märkte als auch für den Export produziert werden. Landwirtschaftliche Finanzierungen passen gut zum Auftrag von Oikocredit, Menschen mit niedrigem Einkommen zu unterstützen. Denn die meisten armen Menschen, die auf dem Land leben sind in der Landwirtschaft tätig.

Gleichzeitig wird aber die Finanzierung von Mikrofinanz weiterhin unser Hauptgeschäft bleiben. Wir haben in diesem Bereich sehr viel Erfahrung gesammelt und unterstützen eine große Anzahl von Mikrofinanzkundinnen und –kunden über unsere Partner. In Afrika werden wir als Vorreiter in der Mikrofinanz gesehen, sowohl im Bereich Finanzierungen als auch im Bereich des sozialen Wirkungsmanagements.“

Wie trifft Oikocredit als sozialer Investor seine Finanzierungsentscheidungen in Afrika?

Judy Ngarachu: „Wir schauen uns an, wie wirtschaftlich tragfähig potenzielle Partnerorganisationen sind und wie ihre sozialen Aktivitäten aussehen. Aber vor allem schauen wir uns die Leute an, die in den Organisationen die Entscheidungen treffen, wie mit unseren Investitionen verfahren wird. Sie sind verantwortlich dafür, dass die Mikrofinanzkundinnen und –kunden erreicht werden und ihre Kredite zurückzahlen können.

Geschäfte machen in Afrika bedeutet, Beziehungen zu unterhalten, es geht um die Menschen. Also schauen wir uns genau an, mit welchen Menschen wir zusammenarbeiten. Wir fragen uns, ob sie von sozialen Zielen angetrieben sind, ob ihr Herz für arme Menschen schlägt. Wir verbringen viel Zeit damit, Beziehungen aufzubauen und zu pflegen.

Yves Komaclo: „Wir überlegen uns, wer die Menschen sind, die letztendlich von unseren Finanzierungen profitieren sollen und deren Leben sich durch unsere Finanzierungen verbessern soll. Wir schauen uns auch genau an, wie die Beziehungen zwischen der Partnerorganisation und ihren Kundinnen und Kunden aussehen. Es geht darum zu schauen, wo das Geld hinfließt. Nur so können wir wissen, ob wir unseren Auftrag erfüllt haben.”

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